
Kurz gesagt: Der Markenkern ist die verdichtete Antwort auf die Frage, wofür ein Unternehmen im Innersten steht. Das Markensteuerrad, entwickelt von der Beratung icon added value, ordnet die Markenidentität in vier Felder: Kompetenz, Nutzen, Tonalität und Markenbild. Im Zentrum steht der Markenkern, der alle vier Felder zusammenhält. Wer ihn sauber definiert, hat eine belastbare Grundlage für Positionierung, Logo, Corporate Design und jede Form der Kommunikation.
Viele mittelständische Unternehmen haben eine starke Identität, die im Betrieb jeder spürt. Die Belegschaft weiß, was die Firma ausmacht, die Stammkunden auch. Schwierig wird es, sobald diese Identität in Worte, Bilder und Entscheidungen übersetzt werden soll: für eine neue Website, für Stellenanzeigen, für einen Messeauftritt oder für den Generationswechsel.
Genau hier hilft ein Modell. Das Markensteuerrad macht sichtbar, was oft nur als Bauchgefühl existiert, und gibt allen Beteiligten eine gemeinsame Sprache. Dieser Artikel erklärt das Modell, zeigt es an einem durchgehenden Beispiel und beschreibt, wie Sie vom Markenkern zur Positionierung und Gestaltung kommen. Den Gesamtprozess beschreibt unser Leitartikel Wie entsteht eine Marke?
Der Markenkern ist der innerste, dauerhafte Teil einer Marke. Er beschreibt in wenigen Worten, was ein Unternehmen unverwechselbar macht und was es seinen Kunden im Kern verspricht. Produkte, Kampagnen und Gestaltung verändern sich mit der Zeit. Der Markenkern bleibt stabil und dient als Maßstab für alle Entscheidungen.
Ein guter Markenkern ist kurz, konkret und wahr. Er lässt sich in einem Satz oder in wenigen Begriffen ausdrücken, die im Unternehmen jeder versteht. Er beschreibt, was die Firma heute tatsächlich leistet, und zugleich die Richtung, in die sie sich entwickeln will.
Die drei Begriffe werden oft vermischt, sie beschreiben aber unterschiedliche Perspektiven:
Markenarbeit hat das Ziel, Selbstbild und Fremdbild zusammenzuführen. Je klarer die Identität definiert ist, desto gezielter lässt sich das Image prägen. Warum diese Übereinstimmung den Wert einer Marke steigert, lesen Sie im Beitrag Branding Basics: Was macht eine starke Marke aus?
Das Markensteuerrad stammt von der Markenberatung icon added value und gehört im deutschsprachigen Raum zu den bekanntesten Werkzeugen, um eine Markenidentität zu beschreiben. Es besteht aus einem Kreis mit vier Feldern und einem Zentrum. Zwei Felder beschreiben die rationale Seite der Marke, zwei die emotionale Seite. Das Zentrum bildet der Markenkern.
| Feld | Leitfrage | Inhalt | Seite |
|---|---|---|---|
| Kompetenz | Wer bin ich? | Herkunft, Geschichte, Kernkompetenzen, Rolle im Markt | rational |
| Nutzen | Was biete ich an? | Leistungen, funktionaler und emotionaler Nutzen, Belege | rational |
| Tonalität | Wie bin ich? | Persönlichkeit, Haltung, Gefühle, Art der Beziehung | emotional |
| Markenbild | Wie trete ich auf? | Logo, Farben, Schrift, Bildsprache, Räume, Auftritt | emotional |
| Markenkern | Wofür stehe ich? | Verdichtung aller Felder in einer Kernaussage | Zentrum |
Hier geht es um die Substanz des Unternehmens. Woher kommt es, was kann es besonders gut, welche Rolle spielt es im Markt? Für viele Familienbetriebe ist dieses Feld besonders reich, weil Erfahrung, Herkunft und Fachwissen über Generationen gewachsen sind.
Dieses Feld beschreibt, was Kunden konkret bekommen. Dazu gehören der funktionale Nutzen, etwa Qualität, Tempo oder Service, und der emotionale Nutzen, etwa Sicherheit oder Stolz auf die eigene Entscheidung. Wichtig sind auch die Belege: Woran erkennt ein Kunde, dass das Versprechen stimmt?
Die Tonalität beschreibt die Persönlichkeit der Marke. Wäre die Marke ein Mensch: Wie würde sie sprechen, wie würde sie sich verhalten? Bodenständig oder visionär, sachlich oder herzlich? Aus diesem Feld leiten sich später Sprache, Bildstimmung und Umgangsformen ab.
Das Markenbild umfasst alles, was Menschen sehen, hören und erleben: Logo, Farben, Typografie, Fotografie, Architektur, Fahrzeuge, Arbeitskleidung. Im Steuerrad wird hier festgehalten, welche Eindrücke die Marke prägen sollen. Die eigentliche Gestaltung folgt später im Corporate Design.
Der Markenkern verbindet die vier Felder. Er entsteht als Ergebnis der Arbeit an den Feldern und wird anschließend daran geprüft: Jedes Feld muss sich schlüssig auf den Kern zurückführen lassen. Gelingt das, ist die Markenidentität in sich stimmig.
Zur Veranschaulichung ein fiktives Beispiel: ein familiengeführter Sondermaschinenbauer in zweiter Generation, der Verpackungsanlagen für Lebensmittelhersteller entwickelt und baut. Die Firma ist in ihrer Nische angesehen, tritt nach außen aber zurückhaltend auf. Die Nachfolgerin möchte die Marke schärfen, um neue Kunden und Fachkräfte zu gewinnen.
Der Kern ist kurz, er stimmt mit jedem Feld überein und er gibt eine Richtung vor. Daraus folgt zum Beispiel, dass die Website Projektgeschichten mit realen Anlagen zeigt, dass Stellenanzeigen die Vielfalt der Sonderlösungen betonen und dass der Vertrieb mit Referenzen und Servicezusagen argumentiert. Dasselbe Prinzip gilt für eine Tischlerei, eine Pflegeeinrichtung oder eine Stiftung: Der Kern sieht dort anders aus, die Logik ist dieselbe.
Ein Markenkern entsteht in einem strukturierten Prozess. Die Reihenfolge ist wichtig, weil jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut:
Am wirksamsten ist dieser Prozess, wenn eine externe Moderation die Perspektiven zusammenführt. Von außen fällt es leichter, Gewohntes zu hinterfragen und Unterschiede zum Wettbewerb zu erkennen. Ergänzend eignet sich der Golden Circle von Simon Sinek, um das Warum eines Unternehmens herauszuarbeiten.
In der Praxis zeigen sich immer wieder dieselben Stellschrauben. Wer sie beachtet, erhält einen Markenkern, der lange trägt:
Der Markenkern ist der Ausgangspunkt, die Wirkung entsteht in den nächsten Schritten. Zuerst folgt die Positionierung: Sie legt fest, für welche Zielgruppe die Marke welchen Unterschied macht und wo sie sich im Markt verortet. Der Kern liefert dafür den Inhalt, die Positionierung den Bezug zum Wettbewerb. Mehr dazu im Beitrag Markenstrategie entwickeln.
Danach wird gestaltet. Aus der Tonalität und dem Markenbild leiten sich Logo, Farben, Schriften und Bildsprache ab. Ein Unternehmen mit dem Kern „Maßarbeit, die läuft“ braucht eine präzise, ruhige Gestaltung und Fotos, die echte Arbeit zeigen. Die Tonalität bestimmt außerdem die Sprache auf der Website, in Angeboten und in Stellenanzeigen.
Schließlich wird der Kern zum Prüfstein im Alltag. Bei jeder neuen Kampagne, jedem Messestand und jedem Imagefilm lautet die Frage: Zahlt das auf unseren Kern ein? So entsteht über die Zeit ein konsistenter Auftritt, und genau diese Konsistenz macht eine Marke stark und wertvoll.
Bei Vaternam ist die Arbeit am Markenkern Teil der Markenstrategie. Unsere Projekte folgen vier Phasen: Analyse, Strategie, Gestaltung, Umsetzung. Strategie und Positionierung nehmen meist rund drei Wochen in Anspruch, die gesamte Markenentwicklung bis zum fertigen Corporate Design meist acht bis zwölf Wochen.
Ein Beispiel ist der Familienbetrieb Gerberding aus der Wedemark, ein Spezialist für CNC-Zerspanung. Beim Marken-Relaunch 2023 haben wir den Markenauftritt des Unternehmens neu entwickelt. Den Case finden Sie unter Mit Liebe zur Präzision.
Die Markenidentität ist das gesamte Selbstbild einer Marke, der Markenkern ist ihre Essenz. Die Identität umfasst Herkunft, Leistungen, Persönlichkeit und Erscheinungsbild. Der Kern verdichtet all das auf eine zentrale Aussage.
Das Markensteuerrad wurde von der Markenberatung icon added value entwickelt. Es beschreibt die Markenidentität in den vier Feldern Kompetenz, Nutzen, Tonalität und Markenbild mit dem Markenkern im Zentrum.
Ein Markenkern sollte so kurz sein, dass ihn jeder im Unternehmen aus dem Kopf wiedergeben kann. Bewährt haben sich ein knapper Satz oder wenige prägnante Begriffe. Die ausführliche Beschreibung gehört in die Felder des Steuerrads.
Der Markenkern ist ein internes Steuerungsinstrument, der Claim ist die öffentliche Botschaft. Der Kern kann einen Claim inspirieren, wird aber in erster Linie für Entscheidungen im Unternehmen genutzt. Ein Claim wird zusätzlich auf Wirkung, Klang und Merkfähigkeit hin entwickelt.
Ein Markenkern sollte bei grundlegenden Veränderungen überprüft werden, etwa beim Generationswechsel, bei einer Neuausrichtung des Geschäfts oder vor einem Rebranding. Im Alltag bleibt er stabil. Angepasst werden eher Kommunikation und Gestaltung.
Bei Vaternam beginnt eine Markenentwicklung bei 5.000 Euro. Ein vollständiges Paket aus Strategie, Logo und Corporate Design liegt meist zwischen 15.000 und 35.000 Euro. Nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein Festpreisangebot mit jeder Phase einzeln ausgewiesen.
Wollen Sie den Markenkern Ihres Unternehmens klar auf den Punkt bringen? Wir entwickeln mit Ihnen Markenkern und Markensteuerrad und übersetzen das Ergebnis in Positionierung und Gestaltung. Mehr zu unserer Markenentwicklung und zu Workshops und Sparring. Jetzt Erstgespräch vereinbaren.


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